Beruflicher Strahlenschutz

Strahlenschutzüberwachung in Deutschland

Der berufliche Strahlenschutz sieht eine Reihe an Maßnahmen und Vorschriften vor, um Arbeitnehmer vor möglichen Gefahren durch ionisierende Strahlung am Arbeitsplatz zu schützen. Ionisierende Strahlung umfasst Röntgenstrahlen, Gammastrahlen und Teilchenstrahlung, die genug Energie besitzen, um Atome zu ionisieren und somit biologische Schäden verursachen können. Allein in Deutschland werden etwa 420.000 Personen strahlenschutzüberwacht.

Kernkraftwerke

Foto: jplenio1, Freepik.

Beispiele von Tätigkeitsbereichen, die dem beruflichen Strahlenschutz unterliegen

Die berufliche Strahlenschutzüberwachung erstreckt sich auf eine Vielzahl von Branchen und Tätigkeitsfeldern. Dazu gehören unter anderem die Medizin, die Industrie, die Forschung und der Nuklearsektor. Konkret betrifft dies eine Vielzahl von Berufen in verschiedenen Branchen.

Hier sind einige Beispiele:

Medizin

  • Radiologen und Radiologietechnologen, die Röntgenaufnahmen und CT-Scans durchführen.
  • Strahlentherapeuten, die ionisierende Strahlung zur Krebsbehandlung einsetzen.
  • Nuklearmedizinische Technologen, die radioaktive Stoffe für diagnostische Untersuchungen verwenden.
  • Zahnärzte, die Röntgenaufnahmen von Zähnen erstellen.
  • Tierärzte, die Röntgenbilder von Tieren anfertigen.
Industrie

  • Mitarbeiter in der industriellen Radiografie, die Werkstoffprüfungen mittels Röntgen oder Gammastrahlen durchführen.
  • Techniker in der Qualitätskontrolle, die Strahlen zur Inspektion von Schweißnähten und Bauteilen verwenden.
  • Mitarbeiter in der Lebensmittelindustrie, die ionisierende Strahlung zur Sterilisation von Lebensmitteln einsetzen.
Forschung

  • Wissenschaftler und Techniker, die ionisierende Strahlung für experimentelle Forschungszwecke verwenden, etwa in der Kernphysik oder der Materialwissenschaft.
  • Mitarbeiter in Laboren, die mit radioaktiven Isotopen arbeiten.

Nuklearsektor

  • Mitarbeiter in Kernkraftwerken, die mit radioaktiven Materialien umgehen und die nukleare Energieerzeugung überwachen.
  • Techniker in Anlagen zur Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen.

Strahlenschutzbeauftragte

  • Personen, die speziell für die Überwachung und Implementierung von Strahlenschutzmaßnahmen in verschiedenen Branchen verantwortlich sind.

Dies sind nur einige Beispiele, aber es gibt noch viele andere Berufe, in denen Arbeitnehmer potenziell mit ionisierender Strahlung in Berührung kommen könnten. Dazu gehören beispielsweise Feuerwehrleute, die bei Unfällen mit radioaktiven Materialien im Einsatz sind, oder Bauarbeiter, die in der Nähe von Strahlungsquellen arbeiten.

Der berufliche Strahlenschutz hat das Ziel, die Exposition der Arbeitnehmer gegenüber dieser Strahlung auf ein Minimum zu reduzieren, um deren Gesundheit und Sicherheit zu gewährleisten.
Radiologie

Foto: wavebreakmedia_micro, Freepik

Schweißer

Foto: fxquadro, Freepik

Gesetzliche Grundlagen

In der EU sind die grundsätzlichen Normen für den Schutz der Arbeitskräfte gegen die Gefahren durch ionisierende Strahlung in der Richtlinie 2013/59/Euratom festgelegt. 

Die Grundlage für die berufliche Strahlenschutzüberwachung in Deutschland ist das Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) und die Strahlenschutzverordnung (StrlSchV). Diese Gesetze legen die Anforderungen und Pflichten fest, die für den Schutz von Arbeitnehmern vor ionisierender Strahlung gelten. Sie definieren Grenzwerte für die zulässige Strahlenbelastung und legen fest, dass Strahlenexposition auf ein Minimum reduziert werden muss.

Maßnahmen zur Überwachung des beruflichen Strahlenschutzes

Die berufliche Strahlenschutzüberwachung umfasst verschiedene Maßnahmen. Dazu gehören die regelmäßige Messung der Strahlendosis, die Qualifikation und Schulung der Mitarbeiter im Umgang mit Strahlung, die Einführung von Schutzmaßnahmen wie Bleischürzen und -wände sowie die Aufzeichnung und Dokumentation aller relevanten Daten.

Strahlenmessung und -überwachung:
Regelmäßige Messungen der Strahlendosis am Arbeitsplatz und gegebenenfalls an den Arbeitnehmern selbst, um sicherzustellen, dass die Strahlenbelastung unter den gesetzlichen Grenzwerten liegt.

Schutzmaßnahmen: Die Implementierung von Schutzmaßnahmen, wie das Tragen von Bleischürzen oder das Einrichten von Strahlenschutzbarrieren, um die Strahlenexposition zu minimieren.

Qualifikation und Schulung: Die Ausbildung von Mitarbeitern, die mit ionisierender Strahlung arbeiten, um sicherzustellen, dass sie die richtigen Sicherheitsverfahren kennen und befolgen.

Dokumentation: Die Aufzeichnung und Dokumentation aller relevanten Informationen im Zusammenhang mit Strahlenschutz, einschließlich Messwerten und Schulungsunterlagen.

Gesetzliche Vorschriften: Die Einhaltung der nationalen und internationalen gesetzlichen Vorschriften und Standards im Bereich des Strahlenschutzes.

Notfallvorsorge: Die Planung und Bereitstellung von Maßnahmen zur Bewältigung von Notfallsituationen, die mit Strahlenquellen verbunden sind.

Die strikte Einhaltung der Strahlenschutzmaßnahmen trägt dazu bei, die Risiken für Arbeitnehmer zu minimieren und die Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten.

Zahnarzt Scan

Foto: wavebreakmedia_micro, Freepik

Radiologe

Foto: Zigic, Freepik

Schweißer

Foto: fxquadro, Freepik

Strahlenschutzregisternummer (SSR-Nummer)

Die SSR-Nummer (Strahlenschutzregisternummer) ist eine eindeutige persönliche Kennnummer, die gemäß dem Strahlenschutzgesetz in Deutschland für bestimmte Personen erforderlich ist. Diese Personen umfassen beruflich exponierte Personen, Inhaber von Strahlenpässen und freiwillig strahlenschutzüberwachte Personen. Sie dient dazu, die individuellen Dosiswerte aus der beruflichen Strahlenexposition im Strahlenschutzregister zu verwalten und zu bilanzieren.

Die Registernummer wird vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) vergeben und basiert auf einer nicht rückführbaren Verschlüsselung, die aus der Sozialversicherungsnummer und den Personendaten der zu überwachenden Person abgeleitet wird. Die Beantragung dieser Nummer erfolgt durch den Strahlenschutzverantwortlichen oder die entsprechend verpflichtete Person im Beschäftigungsbetrieb oder durch eine von Ihnen autorisierte Person.

 

Die Einführung der SSR-Nummer trägt dazu bei, die Überwachung und Verwaltung der Strahlenexposition von Personen im Strahlenschutz zu verbessern, indem sie eine eindeutige Identifizierung ermöglicht und die Zuordnung der individuellen Dosiswerte erleichtert. Dies ist ein wichtiger Schutzmechanismus, um sicherzustellen, dass die Strahlungsdosen am Arbeitsplatz innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte bleiben und die Gesundheit der betroffenen Personen gewährleistet wird.

Verantwortliche Stellen

Die Zuständigkeit für die berufliche Strahlenschutzüberwachung liegt in Deutschland bei verschiedenen Stellen. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) überwacht und reguliert die Strahlenexposition in verschiedenen Bereichen, während die Landesbehörden die Einhaltung der Vorschriften auf regionaler Ebene sicherstellen. Arbeitgeber sind verpflichtet, die Strahlenbelastung ihrer Mitarbeiter zu überwachen und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Haben Sie noch Fragen?

Wir beraten Sie gerne und beantworten Ihnen alle Fragen zum Thema Radon. Kontaktieren Sie uns noch heute.