Radonsanierung

Radonsanierung in Bestandsgebäuden – sofortige und bauliche Maßnahmen

Die Radonsanierung in bestehenden Gebäuden ist von großer Bedeutung im Kontext der Gesundheits- und Umweltsicherheit. Radon, ein natürlich vorkommendes radioaktives Gas, kann in Gebäude eindringen und die Gesundheit der Bewohner gefährden.

Radonsanierung

Foto: Michal Jarmoluk, Pixabay.

Es gibt verschiedenen Maßnahmen und Strategien zur Radonsanierung in bereits existierenden Bauwerken. Die Notwendigkeit von Sanierungsmaßnahmen hängt von der ermittelten Radonkonzentration ab und von der praktischen Umsetzbarkeit der verschiedenen Sanierungsmethoden. Einige Maßnahmen können sofort durchgeführt werden, während andere bauliche Eingriffe erfordern, die Budget und Zeit zur Umsetzung benötigen.

Radonsanierung – Sofortmaßnahmen

Verstärktes Lüften: Diese Maßnahme beinhaltet das regelmäßige und ausgiebige Lüften der Räume, um die Konzentration von Radongas zu reduzieren. Es ist eine kurzfristige Lösung, um die Belastung zu verringern, aber nicht nachhaltig.
Umnutzung der Räume: Eine andere Sofortmaßnahme könnte darin bestehen, die Nutzung von Räumen zu ändern, um den Aufenthalt in den am stärksten betroffenen Bereichen zu minimieren, insbesondere in Wohnräumen.
Radonsanierung

Foto: master1305, Freepik

Radon Sanierung bei bestehenden Gebäuden

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Radonsanierung – bauliche Maßnahmen

Abdichtung des Bodens: Diese Maßnahme beinhaltet das Abdichten der erdberührenden Bereiche des Gebäudes, um das Eindringen von Radongas zu verhindern. Dies schließt die Abdichtung zwischen dem Keller und den bewohnten Gebäudeteilen sowie das Verschließen sichtbarer Öffnungen wie Durchbrüche und Schächte ein. Es umfasst auch das Abdichten von Rissen in den erdberührenden Teilen des Gebäudes. Für diese Aufgabe können spezielle Materialien und Techniken erforderlich sein.
Druckausgleich innen/aussen: In bestehenden Gebäuden kann Radongas durch einen entstehenden Unterdruck im Inneren des Gebäudes, verursacht durch Temperaturunterschiede zwischen der Raumluft und der Außenluft oder durch Winddruck, in das Gebäude gesogen werden. Um diesen Unterdruck zu reduzieren, kann eine Öffnung nach außen in der Nähe der Bodenebene installiert werden. Beispiele für solche Öffnungen sind ein Aussenluft-Durchlass (ALD), ein Luftschlitz im Fenster oder eine Kernbohrung durch die Außenwand mit einem Gitter. Diese Maßnahme gleicht den Druck zwischen Innen- und Außenbereich aus und verhindert so das Eindringen von radonhaltiger Bodenluft in das Gebäude.
Unterdruckerzeugung im Kellergeschoss: Diese Methode beinhaltet die Verwendung eines kleinen Ventilators, um im Kellergeschoss einen Unterdruck im Vergleich zum Wohnbereich zu erzeugen. Dadurch wird die Ausbreitung von Radongas vom Keller in den Wohnbereich reduziert. Um einen Unterdruck zu erzeugen, muss das Kellergeschoss oder der Kriechkeller gegenüber dem Wohnbereich und nach außen hin abgedichtet sein, was das Schließen von Fenstern und Türen einschließt. Es ist jedoch zu beachten, dass bei dieser Methode die Radonkonzentration in den Kellerräumen unter Umständen stark ansteigen kann. Daher ist sie unter Umständen nicht die geeignetste Methode, insbesondere wenn längere Aufenthalte in den Kellerräumen geplant sind.
Unterboden-Absaugung: Diese Methode hat hauptsächlich zum Ziel, einen Unterdruck unterhalb der Bodenplatte zu erzeugen, um den konvektiven Eintritt von Radon aus dem Boden in das Gebäude zu verhindern. Die Unterboden-Absaugung kann in Situationen erfolgreich angewendet werden, in denen die Schaffung eines Unterdrucks möglich ist. Dies kann beispielsweise durch den Einsatz eines Schotterbettes direkt unter der Bodenplatte und einer darunter liegenden dichten Bodenschicht erreicht werden.
Punktuelle Absaugung (Radonbrunnen): In den meisten Fällen ist eine Absaugung an einer einzigen Stelle ausreichend, vorzugsweise in der Mitte des Hauses oder in einem Raum mit hoher Radonkonzentration. Dies ermöglicht eine gezielte Reduzierung der Radonbelastung. Die punktuelle Absaugung kann auf verschiedene Weisen durchgeführt werden, darunter:

  • Die Nutzung von Hohlräumen wie Installationskanälen, die mit dem Erdreich unterhalb der Bodenplatte in Verbindung stehen.
  • Das Durchbohren der Bodenplatte mittels einer Kernbohrung, vorausgesetzt, es befindet sich ein Schotterbett unter der Bodenplatte.
  • Die Schaffung eines Schachts mit etwa den Maßen 0,5 x 0,5 x 1 Meter.
Zwischenboden-/Wandabsaugung in einzelnen Räumen: Diese Methode beinhaltet den Aufbau eines zusätzlichen Innenbodens in den betroffenen Räumen. Zwischen diesem zusätzlichen Boden und dem ursprünglichen Boden wird ein durchgängiger Hohlraum von etwa 1 cm Höhe geschaffen. Die Luft im Hohlraum kann entweder passiv oder aktiv mittels eines Ventilators über ein Rohrsystem nach draußen abgeführt werden. Dabei ist von großer Bedeutung, sicherzustellen, dass der obere Boden so luftdicht wie möglich gegenüber den Innenräumen gestaltet ist. Die Dimensionierung des Ventilators sollte optimiert sein, um einen minimalen Unterdruck zu erzeugen, der die Radonabsaugung unterstützt. Diese Methode eignet sich besonders für die gezielte Radonreduzierung in bestimmten Räumen.
Flächige Absaugung (Radondrainage): Bei der Umgestaltung des Unterbaus des Bodens wird ein Verfahren angewendet, bei dem nach dem Aushub in einer Tiefe von etwa 40 cm Drainagerohre mit einem Durchmesser von 10 cm unter den Rohbeton in das Kiesbett gelegt werden. Das Drainagesystem wird so installiert, dass eine großflächige Absaugung möglich ist, um die Radonbelastung effektiv zu reduzieren. Die Abluftleitung muss als Vollwandrohr ausgeführt sein, um eine zuverlässige Ableitung des abgesaugten Radongases zu gewährleisten. Diese Methode ermöglicht eine flächendeckende Radonsanierung, insbesondere in Räumen mit einer erhöhten Radonkonzentration.
Modifikation der Gebäudestruktur: In einigen Fällen kann es erforderlich sein, bauliche Änderungen am Gebäude vorzunehmen, um die Radonbelastung zu reduzieren, beispielsweise durch den Einbau von Bodenplatten oder zusätzlichen Barrieren.

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