Radon – die krebserregende unsichtbare Gefahr aus dem Erdreich

Kurzinformation

  • Radon-222 ist ein unsichtbares, geruchloses, radioaktives Edelgas.
  • Es entsteht im Erdreich als Folge des radioaktiven Zerfalls von Uran-238, welches in vielen Gesteinssorten vorkommt.
  • Radon ist die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs.
  • Die Radonbelastung in Gebäuden lässt sich nur durch Radonmessungen ermitteln.
  • Die Radonkonzentration in der Innenraumluft wird in Becquerel per Kubikmeter (Bq/m³) gemessen. 1 (Bq/m³) bedeutet einen radioaktiven Zerfall pro Sekunde in einem Kubikmeter Luft.
  • Der Referenzwert für Wohnräume und Arbeitsplätze in Deutschland beträgt 300 (Bq/m³).
  • In erster Linie gelangt radonhaltige Bodenluft durch Undichtigkeiten im Keller ins Gebäudeinnere.
  • Typische Eintrittspunkte sind z.B.
    • Kabel- und Rohrdurchführungen,
    • Risse in der Bodenplatte,
    • undichte Abflüsse
    • oder andere Öffnungen zum Erdreich.
  • Üblicherweise sind auch hier die höchsten Radonwerte zu erwarten. Durch den sogenannten Kamineffekt wird ein Unterdruck erzeugt, der radonhaltige Bodenluft durch die oben genannten Undichtigkeiten im Keller ins Gebäudeinnere hineinsaugt. Danach verbreitet sich das Radongas weiter zu höher gelegenen Stockwerken.
  • Auch durch bestimmte Baumaterialien und Trinkwasser wird Radon freigesetzt.
  • Die kurzlebigen Zerfallsprodukte des Radons werden vom Menschen eingeatmet. Die beim radioaktiven Zerfall freigesetzte α-Strahlung kann das Lungengewebe schädigen und Lungenkrebs verurschen.

Wo gibt es Radon?

im Erdreich

Radon kommt weltweit in unterschiedlicher Konzentration im Erdreich vor.
Es entsteht als Folge des radioaktiven Zerfalls von Uran-238, welches in vielen Gesteinssorten vorkommt.
Je mehr uranhaltiger Boden, desto mehr Radongas kommt darin vor.

In den meisten Gebieten liegt die Radonkonzentration im Boden zwischen 4.000 – 50.000 Bq/m³.
Bei Böden mit hohem Uranvorkommen können Werte von mehreren Millionen Bq/m³ gemessen werden.
Durch Risse in der Bodenplatte, Kabel- und Rohrdurchführungen, undichte Stellen, etc. gelangt dann das Radon ins Gebäudeinnere.
Der Referenzwert für Wohnräume und Arbeitsplätze in Deutschland beträgt 300 (Bq/m³).

in Baumaterialien

In allen Baumaterialen, die aus natürlichem Gestein oder anderen mineralischen Rohstoffen hergestellt werden,
ist ein natürlicher Anteil an Radium und Uran enthalten. Die Konzentration hängt aber von der geologischen Herkunft ab.
Zerfallen Radium und Uran entsteht Radon, welches aus dem Baumaterial freigesetzt wird und somit ins Gebäudeinnere gelangt.

im Trinkwasser

Im Normalfall sollte Trinkwasser, welches von kommunalen Wasserwerken bezogen wird, einen geringen Anteil Radon haben. Da durch technische Maßnahmen, wie z.B. das “Belüften”, die Radonkonzentration begrenzt werden kann. Bis Ende 2019 sind große Wasserversorgungsunternehmen verpflichtet, die Konzentration von Radionukliden im Trinkwasser zu untersuchen und ggf. Gegenmaßnahmen einzuleiten, um das Radon im Trinkwasser zu verringern (gemäß Trinkwasserverordnung).
Trinkwasser von eigenen Brunnen haben sehr oft eine hohe Radonkonzentration. Aber auch hier gibt es technische Maßnahmen, die das Radon vom Trinkwasser trennen. 1000 Bq pro Liter Trinkwasser können die Radonkonzentration in Innenräumen bis zu 100 Bq/m3 anheben.
Laut Strahlenschutzkommission sollte die Radon-Konzentration im Trinkwasser nicht mehr als 100 Becquerel pro Liter betragen.

Radon im Körper und die Auswirkungen auf die Gesundheit

  • Wenn Radon zerfällt, entstehen kurzlebige radioaktive Folgeprodukte wie Polonium, Wismut und Blei.
  • Der Mensch atmet Radon und seine Folgeprodukte (die sich überwiegend an Staubteilchen anlagern) ein.
  • Das gasförmige Radon verlässt den Körper fast vollständig.
  • Die Folgeprodukte jedoch lagern sich in der Lunge ab und zerfallen dort weiter.
  • Bei diesem Zerfall entsteht Alphastrahlung, die die DNA der Zellen schädigen kann.
  • Durch diese Schädigung steigt das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken.

Studien ergaben, dass das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken umso größer wird,

    • Je höher die Radon-Konzentration in der Atemluft ist,
    • Je länger man dieser Radon-Konzentration ausgesetzt ist und
    • Ob man Raucher ist oder nicht.

Auch wenn ein Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter im Gesetz festgelegt wurde, so gibt es keinen Hinweis auf einen Schwellenwert unterhalb dessen Radon kein Risiko für die Gesundheit darstellt.

Lungenkrebs