Radon Vorsorgemaßnahmen bei Neubauten

Präventive Maßnahmen gegen Radon in neuen Bauwerken

Die Umsetzung von Radon-Vorsorgemaßnahmen bei Neubauten ist entscheidend, da sie nicht nur einfacher, sondern auch effektiver und langfristig kostengünstiger ist als eine nachträgliche Radonsanierung.

Neben den grundlegenden Vorkehrungen zum Schutz vor Radon, gibt es einfache bis umfangreiche Vorsorgemaßnahmen, die beim Bau eines neuen Gebäudes getroffen werden können. 

Radon Vorsorgemaßnahmen bei Neubauten

Foto: soda426, vecteezy

Grundlegende Maßnahmen zur Radon Vorsorge

Die sorgfältige Umsetzung dieser Radon Vorsorgemaßnahmen gewährleistet nicht nur den Schutz vor Radon, sondern auch die Einhaltung der relevanten gesetzlichen Vorschriften.

Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen zur Verhinderung von eindringendem Wasser und aufsteigender Feuchtigkeit.
Besondere Aufmerksamkeit sollte der luftdichten Durchführung von Leitungen durch erdberührende Bauteile gewidmet werden.
Dies verhindert das Eindringen von Radongas in das Gebäude über diese Öffnungen.
Bei der Installation von Erdsonden für Wärmepumpen sollte berücksichtigt werden, dass diese aufgrund ihrer Tiefe ein potenzieller Pfad für den Eintritt von Radongas sein können. Hier sollten geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um Radon zu verhindern.
Bei Systemen wie Erdwärmetauschern oder Luftbrunnen ist sicherzustellen, dass keine radonhaltige Bodenluft über die Lüftungsanlage in das Gebäude gelangt. Dazu sollten diese Systeme mit luftdichten Rohren ausgestattet werden. Bei Luftbrunnen ist es zusätzlich wichtig, die Kiesfüllung seitlich und nach unten mit einer undurchlässigen Schicht, wie zum Beispiel einer Folie, zu begrenzen.

Einfache Radon Vorsorgemaßnahmen

Ihr Haus ist vollständig unterkellert und besitzt keine erdberührenden Aufenthaltsräume

Wenn Ihr Haus vollständig unterkellert ist und keine erdberührenden Aufenthaltsräume hat, sind folgende Abdichtungsmaßnahmen zwischen dem Kellerbereich und den bewohnten Gebäudeteilen empfehlenswert:

Verwenden Sie eine selbstschließende, luftdichte Kellertür, die den Wohnbereich vom Kellerbereich abtrennt. Diese Tür verhindert den unkontrollierten Luftaustausch zwischen den beiden Bereichen und minimiert das Risiko des Eindringens von Radongas.
Stellen Sie sicher, dass Durchbrüche durch die Kellerdecke, die für Wasser-, Strom- und Heizungsleitungen benötigt werden, fachgerecht abgedichtet sind. Dadurch wird verhindert, dass Radongas über diese Durchbrüche in die bewohnten Gebäudeteile gelangen kann.
Denken Sie an die Abdichtung von Installationskanälen, Aufzugschächten und Abwurfschächten, wie beispielsweise Wäscheabwurfschächte. Diese Öffnungen können potenzielle Eintrittspunkte für Radongas sein und sollten daher sorgfältig abgedichtet werden.
Kellerräume mit Naturboden sollten besonders nach innen abgedichtet werden und vorzugsweise nur von außen zugänglich sein. Eine effektive Abdichtung verhindert, dass Radongas aus dem Boden in den Keller gelangt und von dort aus in die bewohnten Gebäudeteile.
Stellen Sie sicher, dass Zu- und Ableitungen für Strom, Wasser, Abwasser usw. durch erdberührende Bauteile dicht ausgeführt sind, beispielsweise durch den Einsatz von Rohrdurchführungssystemen. Diese Abdichtung gewährleistet, dass Radongas nicht über diese Leitungen in das Gebäude eindringen kann.

Ihr Haus ist nicht unterkellert und es besitzt erdberührenden Aufenthaltsräume

Wenn Ihr Haus nicht unterkellert ist und erdberührende Aufenthaltsräume aufweist, sollten Sie bei einem Neubau folgende Vorsorgemaßnahmen in Betracht ziehen:

Verwenden Sie eine durchgehende Bodenplatte. Zudem errichten Sie alle erdberührenden Wände aus Beton der Expositionsklasse XC2 oder höher. Diese Maßnahme gewährleistet, dass Radongas nicht leicht aus dem Boden in das Gebäude eindringen kann. Eine solche Bauweise schafft eine effektive Barriere gegen Radon. Als Alternative können Sie auch die Installation einer Unterboden-Absaugung (Radondrainage) in Erwägung ziehen. Dies ist jedoch eine etwas aufwändigere Maßnahme.
Stellen Sie sicher, dass Zu- und Ableitungen für Strom, Wasser, Abwasser usw. durch erdberührende Bauteile dicht ausgeführt werden. Dies kann beispielsweise durch den Einsatz von speziellen Rohrdurchführungssystemen erreicht werden. Die Abdichtung dieser Durchführungen verhindert das Eindringen von Radon. So kann man für eine sichere und gesunde Wohnumgebung sorgen.

Umfangreiche Radon Vorsorgemaßnahmen

Luftdichte Gebäudehülle und kontrollierte Wohnraumlüftung

Die Implementierung einer kontrollierten Wohnraumlüftung allein reicht bei Neubauten nicht aus, um effektiv vor Radon zu schützen, es sei denn, die Gebäudehülle ist ausreichend luftdicht. In Fällen, in denen die Gebäudehülle nicht ausreichend dicht ist (mit einer n50-Leckage-Rate größer als 0,6 h-1), ist es notwendig, eine Unterboden-Absaugung als Vorsorgemaßnahme zu installieren. Eine ausreichend dichte Gebäudehülle wird gewährleistet, wenn sie den Standards verschiedener Energiesparhaus-Standards wie zum Beispiel dem Passivhaus entspricht. Die Belüftungsanlage sollte druckneutral oder mit einem leichten Überdruck betrieben werden. Die Frischluftzufuhr aus dem Freien muss mindestens 80 cm über dem Boden platziert sein und darf nicht aus Kellerfensterschächten oder ähnlichen Quellen stammen.

Unterboden-Absaugung (Radondrainage)

Die Unterboden-Absaugung, auch als Radondrainage bekannt, ist eine wichtige Maßnahme zur Verringerung der Radonbelastung in Gebäuden. Ihr Hauptzweck besteht darin, unter der Bodenplatte des Gebäudes einen Unterdruck zu erzeugen. Dieser Unterdruck sorgt dafür, dass kein Radongas aus dem Boden in das Gebäude gelangt.

Bauliche Vorschriften für Neubauten in Radon Vorsorgegebieten

Für Neubauten in Vorsorgegebieten gelten besondere bauliche Vorschriften und Regelungen um die Exposition gegenüber Radon zu minimieren und die Gesundheit der Bewohner zu schützen. Diese Vorschriften sind in der Strahlenschutzverordnung festgehalten. Sie können je nach Bundesland und regionalen Gegebenheiten variieren, aber beinhalten in der Regel einige gemeinsame Elemente:

Dichte Gebäudehülle:

Die Gebäudehülle muss so gestaltet sein, dass sie das Eindringen von Radongas aus dem Boden in das Gebäude minimiert. Dies kann die Verwendung von Materialien mit niedriger Permeabilität und eine sorgfältige Abdichtung der Bauteile einschließen.

Unterboden-Absaugung:

In einigen Fällen kann die Installation einer Unterboden-Absaugung (Radondrainage) erforderlich sein, um das Radongas unter dem Gebäude abzuleiten und den Aufenthalt in den Räumen sicher zu machen.

Belüftungssysteme:

Die Gebäude sollten über effektive Belüftungssysteme verfügen, um die Radonkonzentration in Innenräumen zu reduzieren. Dies kann den Einsatz von Lüftungsanlagen oder kontrollierten Wohnraumlüftungen umfassen.

Messungen und Dokumentation:

Die Einhaltung der Vorschriften erfordert oft regelmäßige Messungen der Radonkonzentration in den Räumen. Die Ergebnisse sollten dokumentiert und bei Bedarf Sanierungsmaßnahmen ergriffen werden.

Bauüberwachung:

Die Bauarbeiten sollten von Fachleuten überwacht werden, um sicherzustellen, dass die Vorschriften eingehalten werden.

Information und Aufklärung:

Bauherren und Bewohner sollten über die Gefahren von Radon informiert werden, und es sollten Informationen über die notwendigen Vorsorgemaßnahmen bereitgestellt werden.

Die spezifischen Anforderungen für Neubauten in Vorsorgegebieten in Deutschland können von Bundesland zu Bundesland variieren.

Daher ist es ratsam, sich vor Baubeginn mit den örtlichen Baubehörden und Radonexperten in Verbindung zu setzen, um die genauen Vorschriften und Anforderungen für Ihr Bauprojekt zu klären. Dies gewährleistet die Einhaltung der geltenden Gesetze und die Sicherheit der zukünftigen Bewohner.

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